Dieter Zembski

Dieter Zembski

Dieter Zembski ist ein Urgestein der Bundesliga. Ingesamt 301 mal lief der waschechte Bremer in der 1. Liga für Werder und Eintracht Braunschweig auf, bis eine schwere Verletzung seine Karriere im Alter von 33 Jahren beendete. Fast wäre „Zemmi“ gar kein Fußballer, sondern professioneller Musiker geworden. Im legendären Beatclub war er bereits mit seiner Band „Mushroams“ vor einem Millionenpublikum im TV aufgetreten. Hier stellt er seine 11-köpfige Traum-Combo aus ehemaligen Vereinskollegen vor.

Die Traumelf von Dieter Zembski

Taktische Aufstellung

Traumelf - Aufstellung Dieter Zembski

Bernd Franke // Torwart // Eintracht Braunschweig

Bernd war immer ausgeglichen und strahlte eine unglaubliche Ruhe aus – für die Mannschaft ein absoluter Fels in der Brandung. Wegen seiner außergewöhnlichen Sprungkraft haben wir ihn Adler genannt. In seiner Arbeit auf dem Platz war er war unglaublich seriös und er hatte außergewöhnliche Reflexe. Und er konnte auch mit dem Ball am Fuß umgehen. Hätte man ihn ins Feld gestellt, hätte er dort ohne Probleme mitspielen können. Eines seiner größten Spiele lieferte er 1977 gegen Dynamo Kiew ab. In der ersten Runde des UEFA-Cups hielt er uns in Kiew ein 1:1 und in Braunschweig ein 0:0 fest. Damit hatten wir den haushohen Favoriten ausgeschaltet.

Hasse Borg // Rechter Verteidiger // Eintracht Braunschweig

Mit der Verpflichtung von Hasse Borg machten wir einen absoluten Glücksgriff! Ein schwedischer Pfundskerl, der schon am ersten gemeinsamen Abend – einer Mannschaftsfeier mit unsere Frauen – die besondere Mentalität unseres Trainers Branko Zebec kennenlernte. Um ca. 22.45 Uhr setzte sich Branko neben Hassel, der artig sein Wasser trank, und forderte ihn auf: „Spieler trinken jetzt einen Slibowitz mit Trainer.“ Das lehnte Hasse natürlich ab. Branko schaute daraufhin erst auf seine Uhr, dann schaute er Hasse an und sagte: „Spieler müssen 23.00 Uhr zuhause sein, jetzt ist es 22.45 Uhr. Spieler hat zwei Möglichkeiten: trinken Wasser weiter, kann nicht um 23.00 Uhr zuhause sein und zahlt Strafe. Oder trinkt jetzt mit Trainer einen Slobowitz ohne Strafe.” Wie es ausging? Hasse hat keine Strafe bezahlt…

Per Roentved // Libero // Werder Bremen

Per war einer der größten Persönlichkeiten, die ich in meiner Karriere kennenlernen durfte. Als er 1972 zu Werder Bremen wechselte, bekam unser Spiel einen besonderen Touch. Ein Libero der Extraklasse und auch als Mensch überragend. Per war im Trainingslager mein Zimmergenosse. Um sich am Freitagabend vor dem Spiel zu entspannen, forderte er er mich auf, ihm auf Dänisch etwas vorzulesen. Er hat sich jedes Mal kaputtgelacht. Die drei Jahre in Bremen mit ihm habe ich in allerbester Erinnerung. Allerdings: Sein Tor am 7.5.1977 beim 0:1 gegen uns in Braunschweig kostete uns kurz vor dem Saisonende die Deutsche Meisterschaft – nach dem Spiel haben wir uns trotzdem umarmt.

Franz Merkhoffer // Linker Verteidiger // Eintracht Braunschweig

Franz war ein Konditionswunder! Zuverlässig im Spiel und mannschaftsdienlich, war er einer der Verteidiger, der sich permanent offensiv einschaltet hat und seinen Gegnern manche Rätsel aufgab. In den Spielen gegen den HSV wunderte sich Manni Kaltz immer wieder, dass er einen linken Verteidiger zum Gegenspieler hatte, gegen den er Defensivarbeit leisten musste. Neben dem Fußball hat Franz noch eigene Pferde ausgebildet, seine zweite Leidenschaft. Damit er er genauso erfolgreich wie auf dem Fußballplatz.

Rainer Hollmann // Vorstopper // Eintracht Braunschweig

„Holli“ war ein richtiger Junge aus dem Pütt und ein echter Spaßvogel. Knallhart im Spiel, ein Muster an Zuverlässigkeit und ausgestattet mit einem harten, präzisen Schuss. Er war ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Braunschweiger Mannschaft, die 1976/77 nur um einen Punkt die Meisterschale verpasst hat. Er war Junioren-Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer 1972. Sein Hund hieß „Schröder“ – genau wie unser Geschäftsführer bei der Eintracht. Es kam, wie es kommen musste: Training, der Hund schaute brav zu und Geschäftsführer Schröder kam zum Trainingsplatz. Holli sah das, wartete, bis Geschäftsführer Schröder in Hörweite war und schnauzte ganz laut: “Schröder, du Hund, kommst du sofort bei Fuß!“ Alleine die irritierte Reaktion unseres Geschäftsführers war einfach zum niederknien! Heute noch schicken Holli und ich uns zu jedem Geburtstag die besten Grüße.

Dieter Zembski // Mittelfeld

Mein Weg zum Profifußball war schon sehr eigenartig. Mein Papa Franz gab mir die richtigen Gene, ich lernte das Fußballspielen beim BBV Union Bremen. Ab 1964 machte ich mit 17 Jahren nebenbei Musik in der Rockband „Mushroams“

Fußball und Musik vertrugen sich aber nicht so gut: Mittwoch, Freitag und Samstag Auftritte mit der Musik und am Sonntagmorgen um 11.00 Fußball. Mein Körper kapituliert irgendwann. Weil mir die Musik wichtiger war, hörte ich mit dem Fußball auf. Die Musik hatte mich einfach gepackt! Zuerst am Schlagzeug, dann an der Gitarre. Doch 1966 rief die Bundeswehr, ich musste die Musik streichen. Mein Bruder Udo arbeitete damals in Frankreich und spielte bei Paris St. Germain. Wie ich schon sagte, Papas Gene… Udo kam uns in Bremen besuchen und hielt sich bei unserem alten Club BBV Union fit. Ich wollte eigentlich nur zuschauen, doch der damalige Trainer Walter Nachtwey – ein ehemaliger Linksverteidiger bei Werder Bremen – sah mich und überredete mich mitzuspielen. Mein Spielerpass war noch da und am nächsten Sonntag, von den Soldaten kommend, stand ich in der Landesliga Bremen um 11.00 Uhr auf dem Platz.

Wie es der Zufall wollte, war das der Platz, auf dem Werder Bremen seit 1968 trainiert. Jeden Sonntagmorgens stand für die Mannschaft von Werder im Stadion Sauna und Pflege auf dem Trainingsprogramm. Danach schauten sie unserem Spiel zu. Der damalige Werder-Geschäftsführer Hansi Wolf war auch dabei. Der kannte meinen Vater Franz und stellte positive Ähnlichkeiten in der Spielweise seines Jungen Dieter fest: schnell, hart und beidfüßig. Er setzte sich mit unserem Präsidium in Verbindung und kurze Zeit später habe ich bei Werder ein Probetraining absolviert. Hierbei machte ich wohl einen guten Eindruck und unterschrieb schließlich meinen ersten Profivertrag. Bei Werder Bremen begann ich als rechter Verteidiger, spielte außerdem Vorstopper und defensives Mittelfeld.

Paul Breitner // Mittelfeld // Eintracht Braunschweig

1978 kam Paul von Real Madrid zur Braunschweiger Eintracht. Seine Kinder wurden schulpflichtig und er wollte sie in Deutschland einschulen. Einzig Günter Mast, Geschäftsführer der Mast-Jägermeister AG, verfügte über das nötige Kleingeld, um Paule aus Spanien zu verpflichten. Es ging ihm dabei nicht nur darum, die Eintracht zu verstärken, sondern auch darum, die Marke “Jägermeister” bekannter zu machen. Wir waren damals der erste Verein mit einem Trikot-Sponsor: Jägermeister.

Paul war ein Weltklassespieler, der vorbildlich professionell gearbeitet hat. Neben Adler Bernd Franke hatte er riesigen Anteil daran, dass wir bei Dynamo Kiew mit der Eintracht erfolgreich waren. Mit seiner Abgeklärtheit und Ruhe gab er jedem von uns mit jeder Minute des Spiels mehr Selbstbewusstsein, das sich beim Auswärtsspiel vor 100.000 Zuschauern in einem 1:1 ausdrückte! Paul war ein einzigartiger Profi, der in der Region Braunschweig eine Euphorie auslöste, die sich leider nicht auf Dauer gehalten hat. Einige Spieler konnten mit der so erdrückenden Präsenz und dem veränderten Medieninteresse an Paul nicht richtig umgehen. Nach einem Jahr wechselte er wieder zu Bayern München, wo er seine erfolgreiche Karriere 1983 beendete. Bis heute sind wir gute Freunde. Das bezieht sich auch auf unsere Familien.

Wolfgang Dremmler // Mittelfeld // Eintracht Braunschweig

Ich habe noch nie einen größeren Fighter in einer Mannschaft gehabt. Wolfgang Dremmler war ein Ausbund an Kampf und Einsatzbereitschaft! Es hat Spaß gemacht, mit ihm in einer Mannschaft zu stehen! Unglaublich, mit welcher Energie Wolfgang seine Karriere vorangetrieben hat! Ich habe selten einen sympatischeren und liebenswerteren Spieler kennengelernt. Zusätzlich dazu war er sehr lernfähig und hatte in Branko Zebec einen Trainer, der ihn gefordert, korrigiert und auf den Weg gebracht hat. Dieser Weg hat ihn zu Bayern München und in die Nationalmannschaft geführt. Auch Paul Breitner hatte sein Potential erkannt und Anteil daran, dass sie beide zusammen nach München gewechselt sind.

Bernd Gersdorff // Linksaußen // Eintracht Braunschweig

Als ich 1975 zur Braunschweiger Eintracht kam, war Bernd mein erster Beziehungspunkt. Als ich kam, war er Kapitän der Eintracht, als ich kam. Und er war ein guter Kapitän! Wir kannten uns bis dato nur flüchtig, spielten nur einmal in der damals noch existierenden Norddeutschen Auswahl gegen Jütland zusammen. Bernd hat, wie wenige, den direkten, geraden Weg zum Tor genommen und war damit mehr als erfolgreich. Zudem hatte er eine richtig gute linke Klebe. Und er war mein Zwillingsbruder. 1975 hatten wir beide austrainierte Körper, unser Schnauzbart war etwa gleich und unsere Frisur ebenfalls recht ähnlich. Wenn ich durch die Braunschweiger Innenstadt ging, konnte es sein, dass Autogrammjäger mich ansprachen: „Herr Gersdorff, darf ich ein Autogramm von ihnen?“ Tolerant, wie ich war, unterzeichnete mit Bernd Gersdorff. Da ich gelernter Schriftsetzer bin und Kalligraphie beherrsche, war das kein Problem für mich. Das Dankeschön der Fans war Bestätigung für mich, mein Handwerk noch immer zu verstehen. Ich nahm es mit Humor. Bernd war halt eine Größe in Braunschweig und ich der Neuling.

Mit Bernd habe ich mich nicht nur auf dem Platz gut verstanden. Zusammen entwickelten wir das Stadionheft „Eintracht aktuell“. Es war sehr erfolgreich, hatte das „Toilettenpapier“ des Vorgängers in Kunstdruck verwandelt. In jeder Ausgabe gab es eine speziell auf Braunschweig zugeschnittene Jägermeister-Anzeige. „Ich trinke Jägermeister, weil…“ Das Stadionheft stand im Ranking in Deutschland für die Bundesliga ganz oben! Bernd ging 1976 leider zur Hertha nach Berlin. Unabhängig davon: Wir sind bis heute sehr gute Freunde – speziell unsere Frauen – und wir werden uns nie verlieren!

Wolfgang Frank // Mittelstürmer // Eintracht Braunschweig

„Wölfchen“ war unvergleichlich. Sein Instinkt, seine Art, Situationen zu erkennen, cool zu reagieren und die genau richtige Entscheidung zu treffen, war phänomenal! Branko Zebec hatte maßgeblichen Einfluss darauf, dass Wolfgang 1974/75 zur Braunschweiger Eintracht kam – er hatte schon sein Potential erkannt, als er noch für Stuttgart tätig war und Wolfgang aus der Amateurmannschaft in die erste Mannschaft geholt hat. Wolfgang wurde später einer der innovativsten deutschen Trainer. Leider starb er am 07. September 2013. Er wurde 62 nur Jahre alt. Spuren hat er aber bis heute hinterlassen: Jürgen Klopp bezeichnet Wolfgang Frank noch heute als seinen Lehrmeister für seine Trainertätigkeit!

Danilo Popivoda // Rechtsaußen // Eintracht Braunschweig

1975 kam Danilo gemeinsam mit mir zur Eintracht. Zwei Neuzugänge – einer aus Novisad, einer aus Bremen. Beide schon im fortgeschrittenen Fußballeralter – er war damals 27, ich 28 Jahre alt. Popi war einzigartig! Ich habe zu seiner Zeit keinen besseren Rechtsaußen gesehen als ihn. Poppi wurde Publikumsliebling, war erdverbunden, gerade und charmant: Ich habe den Fußball durch ihn, Branko Zebec und Alexander Ristic raffinierter kennengelernt. Als ein mit alter Tradition groß gewordener deutscher Fußballer habe ich dank ihnen ab 1975 meine Sichtweise auf den Fußball komplett neu ausrichten müssen! Zitat Branko Zebec: „Musst Du laufen in Richtung, gucken in Richtung und spielen in andere Richtung!“ In der heutigen Zeit heißt das: No-Look- Pass, den gab es also auch schon zu unserer Zeit.

Popiboda, Zebec und Dembski
Bild: v.l.n.r. Popivoda, Zebec und Zembski

Meine Ersatzbank

Dieter „Budde“ Burdenski // Torwart // Werder Bremen
Sepp Piontek // Abwehr // Werder Bremen
Arnold „Pico“ Schütz // Abwehr // Werder Bremen
Karl-Heinz „Charly“ Handschuh // Mittelfeld // Eintracht Braunschweig
Ole Björnmose // Sturm // Werder Bremen

Karriere-Insights

Mein bester Trainer

Ich hatte neun Trainer in meiner Karriere – Branco war der Beste! Von ihm bekam ich auch meinen bis heute gültigen Spitznamen “Zemmi”. Als ich 1975 zur Braunschweiger Eintracht wechselte, lernte ich durch Branko den Fußball ganz neu zu definieren, auch wenn es etwas gedauert hat, bis wir sein neues System verinnerlicht hatten. Er war der erste Trainer, der Raumdeckung spielen ließ. Bis dahin war es üblich, dass jeder einfach die ganze Zeit seinem direkten Gegenspieler hinterherlief. Aber mit der Raumdeckung blieb jeder Spieler auf dem Platz in dem Bereich, in dem er seine größten Stärken hatte. Umgekehrt konnten wir durch Positionswechsel einen gegnerischen Spieler in einen Raum bringen, in dem dieser sich nicht hundertprozentig wohl fühlte. Zum Beispiel konnten wir Berti Vogts somit seiner größten Stärke – das  Spiel Mann gegen Mann – berauben, indem sich unser Linksaußen einfach ins Mittelfeld fallen ließ.

Branco sagte zu uns in seinem charmant gebrochenem deutsch: “Brauche ich intelligente Spieler, warum du laufen immer dem Gegner hinterher? Du bleibst in Zone und jeder, der in deine Zone kommt, ist dein Gegner, egal wie heißt.“ Seine Ansagen waren klar und präzise. Er hatte ein unglaubliches Charisma. Er war selbst ein Weltklassestürmer – er spielte zweimal in der Weltauswahl und war einer der besten Linksaußen seiner Zeit. Wenn er im Training die Abläufe unterbrach, nahm er den Ball und spielte ihn so perfekt in einen Raum, dass unser Respekt vor diesem Mann immer größer wurde. Wir glaubten ihm jedes Wort, nahmen ihm absolut alles ab.

Noch eine kleine Anekdote, wie Branko uns Spielern – und explizit Wolfgang Dremmler – etwas beigebracht hat: „Mein Junge, was läufst du mit Ball so viel? Ich wissen, dass Spieler gute Kondition hat. Du laufen mit Ball fünfzig Meter und spielst ihn dann fünf Meter! Laufe fünf Meter und spiele dann Ball fünfzig Meter!  Dann machst Du Raum zu! Ist intelligent und ökonomisch…

Er hat manchmal mit uns Konditionsläufe gemacht, die nie enden wollten. Seine Ansage: „Erster Pfiff: 80 Prozent Sprint, zweiter Pfiff: auslaufen.“  Dazu hatte er kleine Steinchen in seiner Hand, von denen er bei jedem Sprint einen wegwarf. Wir wussten aber nicht, wie viele Steinchen er gesammelt hatte. Als selbst die konditionsstärksten Spieler unserer Mannschaft um das Ende der Übung bettelten, kam seine lapidare Aussage: „Laufen wir, bis nicht mehr geht.“ Wir waren dadurch aber eine Mannschaft, die auch die letzten zehn Minuten eines Spiels in vollem Tempo bewältigen konnte. Hatte der „Alte“ also mal wieder recht.

Er war auch ein Schlitzohr und kein Kind von Traurigkeit. Nach einem Foul an einem unserer Spieler war sein Kommentar: „Kommt Gegner mit Sohle, ist Foul! Mein Spieler dann auch mit Sohle, aber Etage höher – ist auch Foul, aber gesünder für meinen Spieler.“ Eine einfache Formel mit großer Wirkung. Er hatte auch die Medien fest im Griff. Seine Aura sorgte dafür, dass alle Journalisten warteten, bis er anfing zu sprechen. Diejenigen, die das nicht wussten und in Brancos Augen dumme Fragen stellten, machten das nach seinen Antworten daraufhin nie wieder. Er konnte sehr ironisch sein!

Meine Karriere nach der Karriere

Am 10. November 1979 im Spiel Zuhause gegen den VfL Bochum erlitt ich in der 60. Minute einen Achillessehnen-Anriss. Es war mein 301. Bundesligaspiel. Ich war 33 Jahre alt und der Verlauf dieser Verletzung ließ mich ahnen, dass das Kapitel Profi-Fußball für mich wohl zu Ende ging. Da ich neben dem Fußball weiterhin das Stadionprogramm „Eintracht aktuell“ herausbrachte, dachte ich darüber nach, meine Werbeagentur „Zembski Marketing“ zu erweitern. Doch als dann ein Angebot von adidas kam, für den größten Sportartikel-Hersteller der Welt tätig zu werden, griff ich zu und gab das Stadionprogramm in andere Hände. Diesen Schritt habe ich nie bereut.

Bernd Gersdorff macht Werbung für Jägermeister
Bild: Bernd Gersdorff, der „Zwillingsbruder“ von Dieter Zembski

Zudem ließ mich der Fußball nie los: Mit der Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft erlebte ich die wohl schönste Zeit mit dem Fußball. Seriös und ernsthaft traten wir als Mannschaft auf, wollten wie immer erfolgreich sein, hatten aber nicht diesen Druck, den du als Profi in der Bundesliga hattest, mit dem man aber zurechtkommen musste und kam – sonst ergreift man einen anderen Beruf! Meine Meinung: Diamanten entstehen nur unter ganz starkem Druck! Mit der DFB-Traditionsmannschaft bestritten wir 1987 in Brasilien und 1991 in den USA zwei Oldie-WM`s. Zudem spielten wir vor 100.000 Zuschauern im Azteken-Stadion von Mexico-City und vor 30.000 Zuschauern in Guadelajara zwei Benefizspiele für die Erdbebenopfer vom September 1985, bei dem es 9.500 Tote und 30.000 Verletzte gab sowie 100.000 Menschen obdachlos wurden. Damit lösten wir ein Versprechen von Uwe Seeler ein, den Überlebenden zu helfen. Uwe war das Herzstück dieser Mannschaft, wie er es in jeder Mannschaft war, in der er gespielt hat. Ein Vorbild an Normalität, Warmherzigkeit und Bodenständigkeit. Es wird nie wieder einen geben wie ihn! Ich bin sehr stolz darauf, sein Freund zu sein.

Mein privates Glück habe ich auch gefunden. Ich bin seit 1971 mit meiner Frau Angela verheiratet, habe einen Sohn, eine Tochter und zwei Enkelkinder. Was braucht der Mensch mehr, um glücklich zu sein?

Porträt Dieter Zembski
Bild: Dieter „Zemmi“ Zembski im fortgeschrittenen Alter

Der Werdegang von Dieter Zembski als Spieler

Jahre Verein Spiele (Tore)
1968–1975 Werder Bremen 179 (4)
1975-1980 Eintracht Braunschweig 122 (0)

Bildcredits: Dieter Zembski, privat

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