Christof Babatz

Christof Babatz

Das Markenzeichen von Christof Babatz war sein harter Schuss, der ihm den Spitznamen “Bum-Bum-Babatz” eingebracht hat. Ähnlich wuchtig wie sein Schuss ist seine Traumelf aus früheren Mitspielern beim FSV Mainz 05 und beim Hamburger SV. “Mit dem Team und Kloppo als Trainer würden wir in der Bundesliga eine sehr gute Rolle spielen”, ist sich der frühere Mittelfeldspieler sicher.

Die Traumelf von Christof Babatz

Taktische Aufstellung

Traumelf Christof Babatz

Christof Babatz über …

Dimo Wache // Torwart // FSV Mainz 05

Dimo, “die Krake aus Brake”, war ein überragender Torwart. Seine Stärken hatte er auf der Linie und im Eins gegen Eins. Allerdings war er nicht der größte Fußballer. Die Einführung der Rückpassregel kam ihm nicht gerade entgegen, vor allem wenn der Ball auf seinen linken Fuß kam. Nichtsdestotrotz war und ist er in Mainz eine Ikone. Die Rolle als Kapitän hat er überragend ausgefüllt. Ob für Mitspieler, das Trainerteam, die Mitarbeiter oder die Fans, er hatte für jeden ein offenes Ohr. Wenn es sein musste, konnte er intern aber auch richtig auf den Putz hauen und negative Dinge klar ansprechen. Auch in meiner Traumelf wäre er der würdige Kapitän.

Robert Nikolic // Rechter Verteidiger // FSV Mainz 05

Robert ist der Prototyp eines Mannschaftsspielers. Trainer und Mitspieler konnten sich voll auf ihn verlassen. Hinten hat er seine Seite dicht gemacht und sich darüber hinaus mit großer Lauf- und Einsatzbereitschaft oft nach vorne eingeschaltet. Nur mit dem Toreschießen hat es gehapert. In über 100 Spielen für Mainz hat er nicht einen einzigen Treffer erzielt.

Wenn ich an Robert denke, sehe ich ihn im Bus mit seinem Laptop auf dem Schoß und seiner TV-Brille vor Augen. Heutzutage ist das normal, aber Anfang der 2000er Jahre war das noch eine Seltenheit, damals gab es ja noch nicht mal Smartphones. Er hat aber nicht nur Filme geschaut, sondern sich intensiv mit der Technik beschäftigt und mit 10 Fingern getippt.

Manuel Friedrich // Innenverteidiger // FSV Mainz 05

Während sich viele Spieler nur für Fußball interessieren, Kicker lesen und jedes Spiel im Fernsehen schauen, war Manuel vielseitig interessiert. Vor allem war er neben Robert der zweite Technik-Nerd in unserem Team. Auch er hatte seinen Laptop auf den Schoß und hat wie wild darauf rumgetippt.

2002 ging Manuel für 2,5 Mio. Euro zu Werder Bremen. Das war damals der teuerste Verkauf der Mainzer Vereinsgeschichte. In Bremen hatte er großes Verletzungspech, aber er hat sich zurückgekämpft und war nach seiner Rückkehr in Mainz und später in Leverkusen ein absoluter Leistungsträger. Sogar in die Nationalmannschaft hat er es noch geschafft. Für mich ist Manuel ein Paradebeispiel dafür, was man mit Ehrgeiz erreichen kann.

Nico-Jan Hoogma // Innenverteidiger // Hamburger SV

Nico war in der Abwehr unser “Mister Zuverlässig”, spielte im besten Sinne grundsolide. Für die Position als zentraler Innenverteidiger hat er alles mitgebracht, insbesondere sein Passspiel und sein Stellungsspiel waren überragend. Neben seinen sportlichen Fähigkeiten war er für unsere Mannschaft als Typ enorm wichtig. Er war der geborene Kapitän, hatte für jeden ein offenes Ohr und aufmunternde Worte gefunden, wenn man mal einen schlechten Tag hatte. Auch wenn jemand mal Probleme mit dem Trainer hatte, hat er vermittelt und die Wogen geglättet.

Marco Rose // Linker Verteidiger // FSV Mainz 05

Marco hatte einen überragenden linken Fuß, mit dem er gefährliche Flanken geschlagen hat. Außergewöhnlich war auch sein taktisches Verständnis. Mit seiner Antizipation hatte er ein perfektes Gespür dafür, ob er sich defensiv oder offensiv orientieren musste.

Nach unserer Karriere haben Marco und ich zusammen den Trainerlehrgang für die A-Lizenz absolviert. In dieser Zeit haben wir uns für vier Wochen ein Zimmer geteilt. Schon da war für mich abzusehen, dass er ein erfolgreicher Trainer sein kann. Er hat nicht nur einen hohen Fußballsachverstand, sondern ist auch ein Motivator und hat einen guten Draht zu den Spielern. Dass er bisher bei all seinen Trainerstationen Erfolg hatte und sich von der Regionalliga bis in die Bundesliga hochgearbeitet hat, spricht für ihn und seine Qualitäten.

Christof Babatz // Rechtes Mittelfeld

Zu Beginn meiner Karriere habe ich auf der Sechser-Position gespielt, aber Jürgen Klopp hat mich in Mainz im rechten Mittelfeld aufgestellt. Dort kam ich auf Anhieb gut zurecht, sodass ich die Position auch in meiner Traumelf bekleide.

Die Trainer schätzten an mir, dass ich eine hohe taktische Disziplin hatte und mich in jedem Spiel voll reingehauen habe. Mit meiner Schusskraft und meinen Standardsituationen konnte ich auch mal ein Spiel entscheiden.

Ich weiß nicht mehr, wer mir die Spitzname „Bum-Bum-Babatz“ verpasst hat, doch ich habe es gemocht, wenn die Fans mich so gerufen habe. Noch heute hört man vor Freistößen im Mainzer Stadion ab und zu die Rufe. Das fühlt sich noch immer gut an.

Thomas Gravesen // Defensives Mittelfeld // Hamburger SV

Als Thomas aus Dänemark nach Hamburg kam, haben wir uns auf Anhieb richtig gut verstanden und auch abseits des Platzes viel gemeinsam unternommen. Am meisten hat mir imponiert, dass er sich einfach nichts hat gefallen lassen und einfach sein Ding gemacht hat.

Sein Ruf als „Humörbombe“ hat ein bisschen von seinen fußballerischen Qualitäten abgelenkt. Im defensiven Mittelfeld war er nicht nur ein Zerstörer, sondern auch ein richtig guter Kicker. Mich hat es daher nicht verwundert, dass er später bei Real Madrid gelandet ist.

Sandro Schwarz // Defensives Mittelfeld // FSV Mainz 05

Zu meiner Anfangszeit in Mainz hat Sandro sich viel um mich gekümmert und mir die Integration erleichtert. Als ich zum Beispiel eine Einrichtung für meine neue Wohnung brauchte, ist er mit mir zu den zu Möbelhäusern gefahren.

Sandro war ein hervorragender Spieler, trickreich, taktisch versiert und mit einem guten Auge. Leider hatte er viel Verletzungspech, das ihn immer wieder aus der Bahn geworfen hat.

Bei den Auswärtsfahrten saßen wir im Bus nebeneinander. Er war keiner von denen, die einfach den Kopfhörer aufgesetzt und abgeschaltet haben. Stattdessen hat er sich noch viele Gedanken und eine Spielanalyse gemacht hat. So haben wir viel diskutiert, was gut und was schlecht lief oder wo wir noch Verbesserungspotenzial haben.

Als Trainer erlebe ich ihn heute genauso authentisch wie damals als Spieler. Er hat mit großartigen Trainern und starken Persönlichkeiten wie Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Wolfgang Frank und Martin Schmidt zusammengearbeitet und sich von jedem etwas abgeschaut, ohne sie zu kopieren.

Dennis Weiland // Linkes Mittelfeld // FSV Mainz 05

Dennis ist ein Jugendkumpel von mir. Wir kennen uns schon seit der E-Jugend, wo wir zum ersten Mal gegeneinander gespielt haben. Von der D- bis zur A-Jugend waren wir zusammen bei Hannover 96 und haben uns bei Auswahl-Lehrgängen das Zimmer geteilt.

Gut vier Jahre später haben sich unsere Wege in Mainz wieder gekreuzt. Bevor er zum FSV kam, haben Kloppo und Manager Christian Heidel mich gefragt, was Dennis für ein Typ sei und ob er uns weiterhelfen können. Da habe ich ein gutes Wort für ihn eingelegt, denn mit seinen super linken Fuß, seiner Laufbereitschaft und seinem Siegeswillen passte er wie die Faust aufs Auge in unsere damalige Mannschaft.

Michael Thurk // Stürmer // FSV Mainz 05

Michael war weder besonders groß noch besonders kräftig, aber ein ausgebufftes Schlitzohr mit einem Torriecher. Er wusste einfach, wo das Tor steht und brauchte für seine Tore nicht viele Chancen.

Unsere Mannschaft war damals ein eingeschworener Haufen, der privat viel unternommen hat. Michael war davon ein fester Bestandteil. Dieser Zusammenhalt war eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Wir konnten richtig feiern, wussten aber auch, wann höchste Konzentration und der nötige Ernst gefordert waren. Bei uns standen der Fußball und der Teamgeist im Vordergrund, nicht die ganzen unwichtigen Begleiterscheinungen, die der moderne Fußball in den letzten 10 bis 15 Jahren mit sich gebracht hat. Ich denke, dass die 2004er-Aufstiegsgeneration den Verein ein Stück weit geprägt und ihm die Identität gegeben hat, die den FSV noch heute auszeichnet.

Hasan Salihamidzic // Stürmer // Hamburger SV

Hasan kam als Flüchtling aus Bosnien nach Hamburg und konnte noch wenig deutsch, als er aus der Jugend zu den Profis kam. Er war unglaublich ehrgeizig und wollte sich immer weiter verbessern. Ihm kam es sicher entgegen, dass Felix Magath damals Trainer beim HSV war, denn er mochte solche Typen wie Hasan. Also hat Felix ihn ins kalte Wasser geworfen und er hat ihm das Vertrauen mit Leistung zurückgezahlt. Wenn der Trainer die Mannschaftsaufstellung bekannt gab, war irgendwann allen klar, dass“ Brazzo“ dabei ist, auf welcher Position das auch immer sein mochte. Meistens wurde er im Sturm oder im rechten Mittelfeld eingesetzt, doch er hätte auch linker Verteidiger gespielt, wenn es von ihm gefordert worden wäre. Als Stürmer war er nicht der große Knipser, aber hat vorne geackert, ist kreuz und quer gelaufen und hat Unruhe in die Abwehr gebracht.

Für seinen Wechsel vom HSV zu Bayern München wurde Brazzo teilweise belächelt, aber er hat es allen gezeigt und sich mit seinen fußballerischen und kämpferischen Qualitäten auch dort durchgesetzt.

Karriere-Insights von Christof Babatz

Mein bester Trainer

Jürgen Klopp war mit Abstand mein bester Trainer. Unfassbar, wie “Kloppo” einzelne Spieler und ganze Mannschaften entwickeln kann. Das hat er zuerst bei uns in Mainz unter Beweis gestellt und später auf genau beeindruckende Weise in Dortmund und in Liverpool.

Er war in Mainz schon als Spieler eine Institution, hat über 300 Spiele für den FSV gemacht und war einer unserer Führungsspieler. Als er uns nach der Entlassung von Eckhard Krautzun zum Saisonende das Traineramt in einer Nacht- und Nebel-Aktion zunächst Interimsmäßig übernommen hat, waren wir eine durchschnittliche Zweitliga-Truppe, die im Abstiegskampf steckte. Aufgrund seiner Ansprache und seines unglaublich hohen Fußballverstandes haben wir schon im ersten Training gemerkt, dass er uns an der Seitenlinie noch mehr helfen kann als auf dem Platz. Er hat uns auf verständliche Weise vermittelt, wie wir uns in bestimmten Situationen auf dem Platz mit und gegen den Ball verhalten sollen. Von den letzten sieben Ligaspielen haben wir sechs Partien gewonnen und dadurch letztlich souverän die Klasse gehalten.

Die Aufstiegsdramen mit Mainz

Mit dem fast gleichen Kader waren wir auf einmal eine Spitzenmannschaft und haben den Aufstieg in die 1. Bundesliga zweimal auf fast tragische Weise verpasst. Einmal fehlte ein Punkt und einmal nur ein einziges Tor. Andere Mannschaften wären daran zerbrochen. Dass uns das nicht passiert ist, lag allen voran an Kloppo. Er ist weiter vorangegangen und hat uns eingeimpft, dass Aufgeben keine Option ist und wir es in der nächsten Saison einfach erneut versuchen. Als wir es 2004 nach einem dramatischen letzten Spieltag endlich geschafft haben, waren wir endlich am Ziel unserer Träume. In der folgenden Saison wurden wir als Abstiegskandidat gehandelt, wurden aber 11. und hatten mit dem Abstieg letztlich nichts am Hut.

Mein Werdegang als Profi

Schon als Kind hatte ich das feste Ziel vor Augen, Fußballprofi zu werden. Als ich mit 15 in die Jugend von Hannover 96 kam und drei Jahre später meinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben habe, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Nach vier Jahren und 61 Einsätzen bin ich zum HSV gewechselt. Der damalige Amateurtrainer Ralf Scherer hat mich nach Hamburg geholt. Unter dem Chef-Trainer Frank Pagelsdorf kam ich nach 3,5 Jahren nicht mehr wie erhofft zum Zug, was aber auch an der hohen Konkurrenz im Mittelfeld lag, wo damals Leute wie Fabien Ernst, Martin Groth, Harald Spörl, Bernd Hollerbach, Thomas Gravesen und noch einige andere gespielt haben. Trotzdem habe ich in dieser Zeit sehr viel gelernt.

Anfang 2000 bin ich mit 26 Jahren zu Mainz in die 2. Liga gewechselt. Nur wenige Monate später wurde Trainer Eckhard Krautzun entlassen und Jürgen Klopp in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vom Spieler zum Trainer gemacht. Von da begannen unter Kloppos Führung für mich sieben unvergessliche Jahre, mit dem dramatischen Aufstieg in die 1. Bundesliga 2004 als emotionalen Höhepunkt. Mir war es in der nächsten Saison vergönnt, das allererste Bundesligator für Mainz zu schießen.

Mit 30 Jahren hatte das Gefühl, noch einmal etwas anderes machen zu müssen und bin nach Koblenz gewechselt. Die hatten mir ein gutes Angebot gemacht, doch nach einer Niederlage relativ zu Beginn der Saison, wurde ich von Trainer Milan Sasic plötzlich nicht mehr berücksichtigt, sodass ich nach nur einem halben Jahr zu Waldhof Mannheim in die 4. Liga gegangen bin. Im ersten Jahr waren wir erfolgreich, doch im zweiten Jahr hat der Verein auf einmal keine Gehälter mehr bezahlt. Als Kapitän bin ich auf Bitten der Mannschaft zu den Funktionären gegangen, um das zu klären. Doch das wurde mir als vereinsschädigendes Verhalten angekreidet, sodass meine Zeit leider auch dort im Unguten vorzeitig endete.

In meiner Karriere ist also nicht alles rund gelaufen, aber unterm Strich überwiegen eindeutig die positiven Momente, allen voran die Zeit in Mainz. Dem Verein bin ich heute noch eng verbunden, da ich seit 2011 die Fußballschule des Vereins leite. Nach meiner aktiven Zeit habe ich ein Konzept für die Fußballschule erarbeitet und es dem damaligen Manager Christian Heidel vorgestellt. Er fand das so überzeugend, dass er es kurzerhand umgesetzt und mich zum sportlichen Leiter ernannt hat. Die Fußballschule ist heute ein elementarer Baustein der Vereinsphilosophie des 1. FSV Mainz 05 und hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche für Bewegung, Sport und Fußball zu begeistern. Diese Aufgabe macht mir acht Jahre später noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag.

Der Werdegang von Christopf Babatz

JahreVereinSpiele (Tore)
1993–1997Hannover 9661 (4)
1997–2000Hamburger SV26 (0)
2000–20061. FSV Mainz 05171 (21)
2007Tus Koblenz Köln6 (1)
2007–2009Waldhof Mannheim46 (5)

Bildcredits: imago // Sammer

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